Gemeindepartnerschaft zwischen Gars a. Inn und Azay le Ferron

Die im Jahr 1986 gegründete Gemeindepartnerschaft zwischen Azay le Ferron und Gars am Inn wurde von Kriegsveteranen getragen und geprägt. Aus Feinden wurden Freunde. Nach 22 Jahren Partnerschaftsarbeit waren die Verantwortlichen der beiden Gemeinden dann 2008 bemüht, die Identifikation mit der Europäischen Union weiter zu fördern und somit den Weg zu einer Unionsbürgerschaft zu ebnen. Von den französischen und deutschen Arbeitsgruppen wurden im August 2008 Inhalte für die weitere gemeinsame Arbeit festgelegt.

Der Vertrag von Gars a. Inn

1. Inhalt und Ziele der Nachkriegsgeneration für die Zukunft
Die Versöhnung als bleibende Aufgabe sichert unsere Zukunft

Die Generation, die heute die Partnerschaft trägt, hat im Gegensatz zu den Gründervätern Krieg und Nachkriegszeit größtenteils nicht mehr erlebt. Dennoch gilt es, die geschichtliche Dimension der deutsch – französischen Beziehung wachzuhalten, um die Botschaft des Friedens und der Freundschaft beider Völker in die Zukunft zu tragen. Die Erinnerung an die Vergangenheit der beiden Weltkriege soll das politische Bewusstsein der nachwachsenden Generationen schärfen, zur Kenntnis der politischen Systeme beider Länder beitragen und politischem Radikalismus entgegenwirken. Um die Ziele der Partnerschaft heute mit neuem Leben zu erfüllen, sollen möglichst viele Bürger für die Partnerschaft begeistert werden. Orte der Erinnerung sollen einen angemessenen Platz im Programm von Bedeutung haben.

2. Bedeutung der Gemeindepartnerschaft für die Europäische Einigung
Begegnungen innerhalb von Gemeindepartnerschaften sind die Seele Europas

Die Gemeinden von Azay le Ferron und Gars am Inn sind als lokale politische Einheiten Sachverwalter der Partnerschaft. Bürgermeister und Gemeinderat sind in den Austausch eingebunden: Sie begleiten und unterstützen die Arbeit der Partnerschaftsvereine, die die turnusmäßigen Begegnungen organisieren und ausgstalten. Eine effektive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit soll dazu beitragen, Informationen über die Kultur und Lebensweise der Partnergemeinden auszutauschen und einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln. Eine attraktive Internetpäsenz der beiden Partnerschaftsvereine und die Nutzung der Möglichheiten der elektronischen Medien sind weitere Mittel, die Kommunikation zu intensivieren.

3. Das lebendige Miteinander der Partnergemeinden
Die aktive Mitwirkung möglichst vieler Gruppen soll ermöglicht werden.

Grundlage der Verständigung der Partner ist die Förderung des Erlernens der französischen beziehungsweise der deutschen Sprache. Besonders zu unterstützen und zu organisieren sind der Schüler- und der Jugendaustausch, Praktika in den Partnergemeinden sowie Treffen von Vereinen und Gruppen mit gemeinsamen Interessen. Gemeindefeste und Familienfeiern können weitere Gelegenheiten für Begegnungen sein. Die Partnergemeinden empfehlen sich auch für Urlaubsreisen von Familien.

4. Konkrete Organisation unserer Partnerschaftarbeit
Die offizielle Partnerschaftsbegegnungen sollen nach den Richtlinien der EU umgesetzt werden

Die Gemeinden als Träger der Partnerschaft und die sie in der Organisation unterstützenden Partnerschaftsvereine gestalten die Partnerschaft bewusst nach den Vorgaben und politischen Zielsetzungen der der Europäischen Gemeinschaft. Die Programmgestaltung der offiziellen Begegnungen, die in der Regel alle zwei Jahre stattfinden sollen, liegt bei der einladenden Gemeinde. Andere gegenseitige Besuche, der Jugendaustausch sowie Vereinsfeste sind von diesem Turnus unabhängig. Die Finanzierung der offiziellen Begegnungen sollen über Zuschüsse der EU, der Gemeinden, der Partnerschaftsvereine und über Spenden von Sponsoren erfolgen.

Azay le Ferron, den 08. November 2008

Mme Martine Prault, maire

Norbert Strahllechner, 1. Bgm